Stuck und Altbau statt Sichtbeton und Investoren­architektur!

Vorstellung dieser Internetseite gegen die rein ökonomisch motivierten Hervorbringungen moderner Architektur.

„Ärzte können ihre Fehler begraben, aber ein Architekt kann seinen Kun­den nur raten, Efeu zu pflanzen.“
George Sand1

Da wir mit dem Efeu­pflan­zen nicht hinterherkommen würden, aber etwas getan werden muß, wurde die Inter­netseite Investorenarchitektur.de ins Leben gerufen…

Diese Internetseite soll aufzeigen, daß Architektur heute viel zu häufig nach rein ökonomischen Gesichtspunkten entsteht. Diese nicht neue Entwicklung soll kritisch dokumentiert werden, indem einzelne Gebäude exemplarisch dargestellt und kommentiert werden. Um das Spektrum architektonischer Ungeheuerlichkeiten abzudecken, finden sich auf dieser Seite eine Gesamtkarte für den Überblick in Bezuga auf die geographische Verteilung von Investorenarchitektur.

Wer derzeit mit offenen Augen und Bewußtsein durch deutsche Großstädte wie Ham­burg, Berlin oder München läuft, dem fällt vielleicht auf, daß alle Baulücken syste­matisch mit Neubauten geschlossen werden. Der Grund für diese rege Bautätigkeit liegt nicht darin, daß ausreichend bezahlbarer und angenehmer Wohn­raum für die Bevölkerungsmehrheit errichtet wird, sondern es geht in den meisten Fällen darum, daß national und global ansässige Investoren (überwiegend große Immobilienfonds und institutionelle Anleger2) hän­de­ringend nach Inves­titions­möglich­keiten suchen und in Sachanlagen fündig werden. Geldanlagen in Immobilien sind be­liebt, da sie als solide und langfristig lukrativ gelten. Insbesondere, wenn man mit weiter steigenden Quadrat­meterpreisen in den Städten spekulieren kann.
Hin und wieder stolpert man in Feuilletons über den Begriff der Investorenarchitektur, der jene architektonischen Erzeugnisse treffend beschreibt. Neben der Spekulation auf steigende Mietpreise ist auch ein zweiter Aspekt dieser Architektur für unsere Gesell­schaft insgesamt beson­ders negativ: die Antiästhetik der Gebäude. Man nehme ein Biß­chen neoliberalen Zeit­geist, viel Stahl oder Alu­minium, viel Beton, viel Glas und dann wird ein Klotz nach dem anderen in wenigen Wochen hochgezogen – meist in Würfelform, manchmal mit ein Paar zusätzlichen Würfeln oder Kanten „geschmückt“. Wie es aussieht, ob es gemütlich oder energetisch sinnvoll ist3 – egal, die Inves­toren wohnen ja woanders. Und wahrscheinlich haben sie ohnehin keinen Sinn für Schön­heit, solange die Rendite stimmt.

 

Investorenarchitektur.de

Wie ist eine Opposition zu dieser Entwicklung zu gestalten? Was kann man tun? Eine mögliche Antwort – wenn auch eine eher symbolische – findet sich in der neuen Inter­net­seite www.Investorenarchitektur.de, die hier vorgestellt werden soll. Die Seite übt Kritik an einer durch Spekulation und Inves­tition getriebenen Architektur, indem die ent­sprechenden Gebäude gut sortiert in einer Datenbank erfaßt und einzeln be­schrieben werden. Als Nutzer der Seite ist es mög­lich zu kommentieren und weitere Bilder von Investo­ren­architektur hochzuladen. Diese werden der Datenbank dann unter Creative-Commons-Lizenz hinzugefügt.
Die Beschriebene, nicht neue Entwick­lung soll so umfassend und kritisch dokumentiert werden, indem einzelne Gebäude exem­plarisch dargestellt und kritisiert werden. Um das ganze Ausmaß architektonischer Ungeheuerlichkeiten zu zeigen, findet sich auf der Seite auch eine Gesamtkarte für den Überblick in Bezug auf die geographische Ver­teilung von Investorenarchitektur:


Architektur – insbesondere in Städten – ist nicht nur das „Privatvergnügen“ von Inves­toren, Bauingenieuren und Architekten, da sie von vielen anderen Menschen täglich betrachtet und genutzt wird. „Eigentum verpflichtet“ – und zwar nicht gegen­über dem Investor oder dem Aktionär, sondern gegenüber der gesamten Gesellschaft und allen Bewohnern. Gebäude werden schließlich für große Zeiträume – meist einige Jahr­zehnte bis einige Jahrhun­derte konzipiert und gebaut. Es müssen also mit diesen Gebäuden nicht nur die Menschen im Hier und Jetzt leben, sondern auch Generationen von Menschen in der Zukunft.
An­statt daß jedoch demokratisch entschieden wird, welche Gebäude mit welchen Materialien, in welchen Preisklassen und in welchem Stil errichtet werden, entscheiden Archi­tekten, Bauunternehmen und politische Entscheider in fast allen Fällen selbstherrlich über die Köpfe der Bevölkerung hinweg, was Gebaut wird – in der Regel nach rein ökonomischen Gesichtspunkten.
Nur in sehr wenigen Ausnahmen wird demokratisch über Geschmacksfragen ent­schieden. Architekturwettbewerbe werden hin und wieder ver­ans­taltet und manchmal zählt neben dem Gesamtpreis am Ende noch der bekannte Name des Archi­tekten, der den Zuschlag für das Projekt erhält. Meist sind die Ent­würfe entweder langweilige Kästen oder stark vom Zeitgeist abhängige, modernistische „Kopfgeburten“, die mit den ästhetischen Vorstellungen der Bevölkerungsmehrheit wenig zu tun haben. Kein Wunder, wenn die Jurys der Wettbewerbe aus Personen des selben fort­schritts­gläubigen Architekturmilieus und politischen Eliten bestehen. Die Neubauten stellen – gerade wenn der Name des Architekten bekannt ist – eine Manifestation der vermeint­lichen Originalität und der exzen­trischen Selbst­darstellung des Architekten dar. Auch diese „Ego-Archi­tektur“ von sogenannten „Star-Architekten“ besteht meist aus Billig­materialien wie Fertig-Betonplatten oder endlosen Glasscheiben und ist ent­sprechend überwiegend nach ökono­mischen Gesichts­punkten gebaut. Aussagen wie die vom Architekten Oswald Ungers unterstreichen die egozentrische Fortschritts­gläubigkeit solcher Architektureliten exemplarisch:

„Ich wollte sehen, inwieweit Architektur in der Lage ist, abstrakt zu sein. […] Alles wurde subtrahiert auf den absoluten Kern der Abstraktion. Weiter geht es nicht mehr […] Deshalb gibt es am Haus ohne Eigenschaften kein Orna­ment, keine Details, kein Oben und kein Unten. […]“
Oswald Mathias Ungers4

Die hier zur Schau gestellte Modernisierungsideologie dürfte (neben vermutlich nar­zißtischen Störungen) der Hauptgrund für die Auswüchse zeit­genössischer Archi­tektur sein, die kaum einem gefällt außer den Architekten selbst. Kaum einer fühlt sich wohl ein einem Haus ohne Orna­mente, ohne Verzierung, Stuck oder Erker. Über ein Haus ohne Oben und Unten braucht man aufgrund der Schwer­kraft ja mal gar nicht erst nach­zudenken. Die prokla­mierte Schmucklosigkeit ist letztendlich nur ein irrationales Dog­ma, das profitorientierten Immobilieninvestoren, die beim Bau Geld sparen wollen, sehr entgegenkommt.
Mehr noch als bemüht progressiv, sondern in diesem Sinne geradezu funda­men­talis­tisch formulierte Adolf Loos:

„Ornament ist vergeudete Arbeitskraft und dadurch vergeudete Gesundheit. […] Heute bedeutet es aber auch vergeudetes Material und beides bedeutet vergeudetes Kapital.“
Adolf Loos5

Die Formulierung eines Herrn Loos war (und ist) ein Affront gegen alle seine Mit­menschen, die in Kategorien von Gemütlichkeit oder Schönheit fühlen. Loos stellt seine verkopfte Ideolo­gie und abstruse Ablehnung jeglicher Verzierung und jeglichen Schmucks über alle ande­ren Menschen, die mit der von ihm geschaffenen Architektur langfristig leben müssen. Dies ist eine egoistische, ja geradezu antisoziale und undemokratische Hal­tung – und zudem eine streng kapitalistisch-neoliberale (Orna­mente als „ver­geu­detes Kapital“).

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Zeitgenössische 08/15-Architektur ohne Verzierungen

Im folgenden Zitat widerspricht sich Adolf Loos in gewisser Weise selbst, denn hier fordert er eine Art Demokratisierung der Architektur, die allen gefallen sollte, da sie ein Bedürfnis decke. Dann hätte er sich eigentlich auch dem Umstand beugen müssen, daß die meisten Menschen Ornamente bzw. Verzierungen wie Stuck, Erker oder Türmchen ganz gerne haben:

„Das Haus hat vor allem zu gefallen. Zum Unterschiede vom Kunstwerk, das niemandem zu gefallen hat. Das Kunstwerk wird in diese Welt gesetzt, ohne dass ein Bedürfnis dafür vorhanden wäre. Das Haus deckt ein Bedürfnis. Das Kunstwerk ist niemandem verantwortlich. Das Haus einem jeden.“
Adolf Loos6

Auch die politischen Eliten hierzulande scheren sich wenig um Geschmacksfragen oder Ästhetik, wie am Aussehen des Regierungsviertels in Berlin exemplarisch abge­lesen werden kann: Bis auf den alten Reichstag wirken alle neuen Gebäude wie unfreiwillig groteske Mahnmale eines Zeit­alters des sogenannten Sichtbetons, wie er in den 1990er Jahren seinen Höhepunkt hatte.

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Fassade aus „Sichtbeton“

Jenseits des Architektur­milieus spricht man nur selten von Sichtbeton und wenn, dann eher in einem negativen Kontext. Festzuhalten bleibt an dieser Stelle, daß es nur wenige Men­schen sein dürften, die eine offene, graue Beton­wand an ihrem Arbeitsplatz oder in ihrem heimischen Wohnbereich wünschen. Der Startup-Hippster will eine alte Mauer aus roten Ziegeln, die alte Hausfrau eine opulente Blüm­chen­tapete, die junge Akademikerin weiße oder einfarbige Wände und der natur­ver­bun­dene Ökotyp Holz oder Lehmputz. Um in der Sprache der Soziologen zu sprechen, dür­fte sich die Akzeptanz für derlei Architektur weitestgehend auf die Milieus der „Per­former“ und „Expeditiven“ beschränken.
Obwohl die postmoderne Architektur des Regierungs­viertels voller funktionalistischer Ideologie zu sein scheint, sind die Gebäude vom Kanzleramt über das Paul-Löbe-Haus bis zum Marie-Elisabeth-Lüders-Haus dennoch absolut kitschig und auf moder­nistische Art und Weise „unschlicht“. Der verzweifelte Versuch, Modernität zu ver­körpern, läuft auf einer gestalterischen Ebene der durch triste Beton­fassaden, Flach­dächer und gesichtslose Glasfronten proklamierten Schmucklosigkeit diametral ent­gegen.
Trotz der Entfremdung und des Entsetzens über den Geschmack der Eliten, nehmen es die Men­schen teilweise mit Humor, wenn häßliche Prestigebauten hoch­gezogen werden – so wie etwa beim Bundes­kanzleramt, das von den Berlinern sar­kastisch „Wasch­maschine“ ge­tauft wurde. Witzig ist es aber eigentlich nicht, wenn die Gesell­schaft für einen so scheußlichen Prestigebau 300 Mio. Euro hinblättern – und Genera­tionen von Menschen den Anblick ertragen müssen.

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Modernistische Kopfgeburt: Marie-Elisabeth-Lüders-Haus

 

Der Blick zurück

Der große Bruch in Mitteleuropa in der Ästhetik des Bauens besteht grob gesagt zwischen der Archi­tektur der Gründerzeit seit dem 19. Jahrhundert und dem Beginn des ersten Welt­kriegs um 1914 herum: In der Gründerzeit baute man kein einziges Ge­bäude, das nicht verziert war und nicht wenigstens einem gewissen Anspruch an Schönheit gerecht wurde. Somit wurden nicht ein­mal Fabrikhallen nach rein öko­nomischen Kriterien errichtet, sondern er­hielten Orna­mente und bestanden aus hochwertigen Materialien – meist Backstein. Die wohl typischsten Gebäude dieser Architektur-Epoche sind die klassischen Altbau-Häuser in Blockrandbebauung, wie wir sie aus fast allen euro­päischen Städten kennen.
Mit der Billigbauweise nach dem Ersten- und insbesondere nach dem Zweiten Welt­krieg wurden wesentliche Vorteile gründerzeitlicher Bauweise über Bord geworfen. Zum einen wurden fast nur noch schmucklose Klötze in den Städten gebaut und zum anderen wich man vom per­fekten Stadt-Grundriß mit Innenhof ab, indem man zur Zeilen­bauweise oder zum Bau von Hochhäusern überging. Den noch erträglichen Backstein-Würfeln der Bauhaus-Ära der 1920er Jahre (wie sie etwa in den Hamburger Stadtteilen Winterhude oder Veddel überwiegen) folgten deprimierende Mietskasernen der 1950er Jahre und schließ­lich die größten Verbrechen der Stadtplanung: Platten­bau­siedlungen, zum Teil in endzeitartigen Satellitenstädten, seit den 1960er und 1970er Jahren – ent­sprechend der funktionalistischen Ideologie eines Le Corbusier und der in Bezug auf die Stadtkultur des­truktiven funktions­räumlichen Trennung in Wohnen, Arbeiten und Freizeit.

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Typischer Plattenbau der 1970er Jahre

Diese offensichtlich unmen­schlichen Großstrukturen führten zur Entfremdung der Bewohner mit der Architektur ihrer Umgebung, zur Ghettoisierung armer Menschen in jenen unattraktiven Stadtteilen und zu massiven sozialen Problemen. Auch brachten diese Häuser insbesondere in Bezug auf Lärm­be­lästigung und mangelnden Schutz aufgrund fehlender Innenhöfe weitere ent­scheidende Nachteile mit sich. Das Problem der Investorenarchitektur seit dem 2. Welt­krieg wurde von Álvaro Siza auf den Punkt gebracht:

„Überall ist der Architekt nur noch ein Techniker. Er schafft es, eine Geneh­migung zu kriegen, dann gibt er das Projekt ab. Das ist für mich ein Haupt­grund für den Niedergang“
Álvaro Siza7

Die überaus große Beliebtheit der Altbauten noch nach über hundert Jahren zeigt, daß diese Gebäude nicht nur aus ästhetischer Sicht von der Bevölkerungsmehrheit in den Städten bevorzugt werden, sondern daß diese – inzwischen sanierten – Gebäude auch von besonders hoher Qualität sind. Auch verfügen die meisten solchen Altbauten über einen perfekten Grundriß für die Stadt: Sie sind in einem Rechteck um einen vor Lärm, Abgasen und anderen Gefahren der Stadt geschützten Innenhof gebaut.
Daß die sogenannten Altbauten eine besonders hohe Beliebtheit (vor allem bei jungen) Stadtbewohnern und Touristen genießen, kann man an sogenannten Szene­vierteln in deutschen Groß­städten besonders gut ablesen: ob nun das Schanzenviertel in Hamburg, Prenzlauer Berg in Berlin oder das Glocken­bachviertel in München – sie alle verfügen als größten Teil ihrer Bausubstanz über klassischen Gründerzeit-Altbau in Blockrandbebauung.

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Klassischer Gründerzeit-Altbau (in Hamburg-Wilhelmsburg)

Mal abgesehen von negativen Entwick­lungen wie der Gentrifizierung und Verdrängung ärmerer Bevölkerungs­schichten aus diesen Stadtteilen, sollte diese Bauform in Städten wieder der Standard werden. Immerhin werden seit einigen Jahren wieder vereinzelt Neu­bauten mehr oder weniger im Stil jener Grün­derzeit und mit Verzierungen gebaut; aber häßliche Beton- und Glasfassaden über­wiegen ganz deutlich.

 

Zum Schluß

Architektur heute schwankt zwischen modernistischen Statements, funktionalistischer Zweckerfüllung und eher klassischen Ansätzen, wenn es um den Einfamilienhausbau geht. Die übermächtige „freie“ Marktwirtschaft, das fehlende Bewußt­sein für die eigene Ge­schichte und Kultur sowie für die Interessen der Bevöl­kerungs­mehr­heit, sind für die katastrophalen Auswüchse moderner Architektur verantwortlich zu machen.
Als Nebenprojekt des Blogs Neoliberalyse.de – über die Ökonomisierung aller Lebens­be­reiche – soll die Internetseite Investorenarchitektur.de nun also ein kleiner Mosaik­stein des Protestes „von unten“ sein. Denn auch die Gesellschaftsbereiche der Archi­tektur, des Bauens und des Wohnens dürfen nicht von rein ökonomischen Prinzipien be­stimmt und müssen demokratisiert werden. Alle, die sich in Opposition zur aktuell domi­nierenden Architektur sehen und zu der dahinter stehenden Ideologie der rück­sichts­losen Gewinn­maximierung, können Bilder von weiteren Gebäuden hochladen. Diese werden dann der Datenbank hinzu­gefügt.
Auch wenn diese Seite allein wohl keinen Architekten oder Bauunternehmer zum Umdenken bringen wird, soll hier doch eine möglichst vollständige, mehr oder weniger unterhaltsame Galerie der tristesten, aal­glattesten, betongrausten, unpraktischsten und kastenartigsten archi­tek­tonischen Her­vor­bringungen entstehen.
Als Schlußwort eine gesellschaftskritische Passage aus dem Jugendroman „Momo“:

„…Dort erhoben sich in endlosen Reihen vielstöckige Mietskasernen, die einander so gleich waren wie ein Ei dem anderen. Und da alle Häuser gleich aus­sahen, sahen natürlich auch alle Straßen gleich aus. Und diese ein­för­migen Straßen wuchsen und wuchsen und dehnten sich schon schnur­gerade bis zum Horizont – eine Wüste der Ordnung! Und genauso verlief auch das Leben der Menschen, die hier wohnten: Schnurgerade bis zum Horizont! Denn hier war alles genau berechnet und geplant.“
Michael Ende8

 

Artikel erschienen auch auf Telepolis.de

1 Französische Schriftstellerin (1804 – 1876)

2 Siehe auch: Robert Kaltenbrunner auf Telepolis

3 Was etwa von großen Glasfassaden nicht behauptet werden kann

4  Deutscher Architekt (1926-2007). Aus: Arch+ 179, S. 11 von 2006

5 Österreichischer Architekt (1870-1933). Aus: „Ornament und Verbrechen“ von 1908

6 Aus: „Essay: Architektur“ von 1910

7 Portugiesischer Architekt, der im Übrigen selbst auch eher triste Betonarchitektur zu verantworten hat.

8 Aus dem Roman „Momo“ von 1973

3 Kommentare zu "Stuck und Altbau statt Sichtbeton und Investoren­architektur!"

  1. Danke für diese Seite, man möchte jedem Wort zustimmen. In was für unbeseelten Zeiten wir doch leben. Ein Land, ein Subkontinent, nur noch von der Struktur vergangener Zeiten lebend. Die Kulturseele ist auch anderswo verloren gegangen, doch nirgendwo spiegelt es sich mehr wieder, abgesehen vom überall vertretenen Autolärm vielleicht, als in der omnipräsenten Betonarchitektur unserer Zeit.

  2. Jede Gesellschaft bekommt offenbar die Bauten, die sie verdient. So scheint es es jedenfalls, wenn man die Legitimationsversuche der Macher dieser Erzeugnisse hört oder liest. Das Schlimme ist dabei auch, dass neue Bauten, die ein freundliches und frisches, geradezu farbig-heiteres Außeres zeigen, also Wohlfühlarchitektur auch von außen demonstrieren – womöglich kein Flachdach haben -, von den Verfechtern dieser ganzen Grau-in-Grau-Monstrositäten oft als heimattümelndes, falsches Idyll, nicht selten auch als „faschistoid“ diffamiert werden. Dabei ist es ja gerade diese Vergewaltigungsarchitektur, die, wie die Beispiele dieser Webseite zeigen, totalitäre Strukturen offenbart. Muss sich unsere „Demokratie“ solche Bauten eigentlich gefallen lassen, die von ihren Machern und Auftraggebern auch noch „demokratisch“ genannt werden (siehe der ganze Schrott, der unseren Staat architektonisch repräsentieren soll) ????. Ich musste mir einmal bei einer Diskussion auf meine Kriktik am Betonfetischismus hin anhören, unsere Vorfahren hätten ja häufig auch grau in grau gebaut, wie z. B. Burgen und Schlösser – und das seien eben keine demokratischen Bauten gewesen, und wir fänden die ja auch schön! Hallo? Abgesehen davon, dass das ja mit der Nichtfarbe so ganz auch nicht stimmt und der schiefe Vergleich recht hilflos wirkt – gerade dann sollte unsere „Demokratie“ aber anders bauen!!! Und nicht einen abstoßenden Kasten auf den anderen türmen. Keine weitere Unterwerfung unter die Diktatur der Investorenbauten!

    Johannes K.

  3. Ein für mich typisches Beispiel für „Investorenarchtiktur“ in einer „kleinen Großstadt“ wie Würzburg ist z. Bsp. der s.Oliver-Store dort (s. Wikimedia https://commons.wikimedia.org/wiki/File:S.Oliver_W%C3%BCrzburg_Fassade_diagonal_NEU.jpg). Inzwischen machen Städte wie Frankfurt/Main das allerdings auch anders vor …

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